© kreative Synergien, Laurent Bailly
Zucchini hat ihren Status verändert. Früher nur gelegentlich gegessen, findet man sie heute überall: gegrillt, als Gemüsespaghetti oder sogar süß-sauer als Beilage zum traditionellen Raclette. Um die steigende Nachfrage, insbesondere von großen Einzelhändlern (Coop, Migros), zu decken, erfordert der Anbau höchste Sorgfalt. Die Herausforderung ist zweifach: gleichbleibende Größe und einwandfreien Geschmack zu gewährleisten und gleichzeitig mit dem natürlichen Wachstumszyklus der Pflanze Schritt zu halten.
Eine Komplettlösung für Aussaat und Schutz
Anfang Mai haben wir eine neue Sämaschine in Betrieb genommen. Sie ist an einen unserer Traktoren angebaut und erledigt alle Arbeitsschritte in einem Arbeitsgang: Mulchen, Tropfbewässerung und Aussaat. Der Mulch erfüllt zwei Zwecke: Er unterdrückt Unkraut und reduziert die Wasserverdunstung, wodurch weniger Jäten und Bewässern nötig ist. Anschließend durchsticht die Maschine die Folie präzise, sodass die Keimlinge in der Mitte des Mulchs keimen können. «Wir erledigen alles in einem Arbeitsgang», fasst Christophe Stoll zusammen. «Angesichts der Größe unserer Felder spart uns das enorm viel Zeit.».
Gesundheitsüberwachung, zwischen Technologie und manueller Wartung
Zucchini sind sehr anfällig für Pilzkrankheiten wie Echten und Falschen Mehltau. Wir müssen während der gesamten Saison wachsam bleiben, da jeder Ernteschnitt eine Wunde am Stängel hinterlässt und somit zahlreiche Eintrittspforten für Infektionen bietet.
Zum Jäten setzen wir den Ecorobotix-Roboter ein, sofern die Pflanzen klein genug sind, damit er zwischen den Reihen hindurchfahren kann. Ausgestattet mit Kameras und künstlicher Intelligenz erkennt dieser Roboter Unkraut und wendet ein hochpräzises Herbizid gezielt nur auf die unerwünschten Pflanzen an, wodurch Boden und Kulturpflanze geschont werden.
Sobald sich die Vegetation entwickelt hat, ändert sich die Strategie. Ein anfängliches mechanisches Abtragen des Bodens beseitigt Unkraut, anschließend genügt das regelmäßige Durchfahren durch unsere Teams zur Ernte, um den Boden zu verdichten und so das Nachwachsen zu verlangsamen.
Schließlich bleibt noch eine rein manuelle Aufgabe: das Entfernen der Blätter. «Bei der Ernte schneiden wir auch die alten, unteren Blätter ab. Sie betreiben kaum noch Photosynthese und verbrauchen beim Zersetzungsprozess sogar Energie von der Pflanze», erklärt Christophe. «Indem wir dieses unnötige Gewicht entfernen, entlasten wir die Pflanze und ermöglichen ihr, neue Früchte zu bilden.»
Ein Wettlauf gegen die Zeit von diesem Kaliber
Die größte Herausforderung bei diesem Gemüse ist sein schnelles Wachstum. «Einen Tag zu lange, und sie sind schon zu groß», warnt der Anbaumanager. Eine Zucchini, die nicht rechtzeitig geerntet wird, versickert im Wasser, entwickelt große Kerne und eine dicke Schale und ist somit unverkäuflich. Um die Qualitätsstandards zu erfüllen, muss mindestens sechsmal pro Woche geerntet werden.
Um unseren Mitarbeitern die Arbeit zu erleichtern, setzen wir spezielle Ausrüstung ein: ein Ernteförderband an einem Gelenkarm. Dieses Förderband hebt die vollen Kisten direkt in den LKW, wodurch das Tragen schwerer Lasten entfällt. Eine integrierte Waage ermöglicht es uns, die Kisten vor Ort zu wiegen, sodass sie ohne weitere Bearbeitung im Lager versandfertig sind.
Die richtige Sorte wählen: eine grundlegende Aufgabe
Neben der Größe bei der Ernte ist es die Genetik der Pflanze, die den Erfolg des Anbaus bestimmt. Bei Stoll Frères testen wir regelmäßig verschiedene Zucchini-Sorten, um ihre Produktivität und ihr Wachstum im Freiland zu bewerten: Krankheitsresistenz, Wuchsform, Dornenfreiheit und Lagerfähigkeit. Sobald diese technischen Kriterien bestätigt sind, wählen wir die Sorten aus, die den besten Geschmack und die gewünschte Farbe bieten.
Unser aktuelles Sortiment umfasst grüne und gelbe Zucchini. Neben ihrem Aussehen und Geschmack erfüllen die gelben Zucchini eine wichtige Funktion auf den Feldern: Ihre Blüten locken Bestäuber an und fördern die Bestäubung aller Pflanzen. Daher werden sie strategisch zwischen den Reihen der grünen Zucchini platziert, um den natürlichen Prozess zu beschleunigen.
Eine gut gepflegte Pflanze kann 10 bis 15 Zucchini tragen. Die Aussaat im Mai ermöglicht uns die erste Ernte vor Mitte Juni. Wir säen dann den ganzen Sommer über erneut aus, um eine kontinuierliche Versorgung mit Schweizer Produkten bis zum Saisonende im September zu gewährleisten.